Rollmaterialverzeichnis

P 8902

Typ

Kühlwagen 

 

Privatwagen der Brauerei Eichhof in Luzern, Vorläufer der Serie Gb-v der Brünig Bahn.

Der Wagen ist doppelwandig und mit Kork isoliert.

 

Bezeichnung

P 8902

Das P steht für Privatwagen, also nicht Eigentum der SBB bis 1980.

Nach dem Erwerb durch die LSE wurde der Wagen zum X 93, später zum x 293, umgezeichnet.

Bahngesellschaft

Als P-Wagen bei den SBB eingestellt.

Nach dem Verkauf bei der Luzern-Stans-Engelberg Bahn LSE immatrikuliert.

Eigentümer

Brauerei Eichhof

(1925 - 1980)

 

Luzern-Stans-Engelberg Bahn LSE

(1980 - 2005)

 

Zentralbahn zb

(2005 - 2016)

 

zb-Historic

(2016)



P 8902 Kühlwagen

Die Geschichte der Brauerei Eichhof ist mit mehr als 175 Jahren natürlich bedeutend älter als der gerettete Bierwagen der einzigen schmalspurigen SBB-Strecke, der Brünigbahn. Dies wäre ja auch kaum möglich, da die Brüniglinie 2013 ihr 125 jähriges Bestehen feiern kann. Das Unikat der Schweizer Eisenbahngeschichte wird 88 Jahre alt. Der Bahnwagen ist also knapp halb so alt wie die Geschichte der Brauerei Eichhof im Herzen der Schweiz – in Luzern.

 

Um einfach und auch bei widrigen Wetter-verhältnissen Bier bis nach Interlaken liefern zu können, hatten die vereinigten Brauereien Luzern ab 1912 einen kleinen Kühlwagen als Privatwagen bei den SBB mit der Nummer P 8901 eingestellt. Die Brauerei hatte in Luzern keinen Anschluss an das Schmalspurnetz. So musste der Wagen immer im Bahnhof Luzern beladen werden. Neben Bier war das Eis das wichtigste Ladegut. Die damaligen Kühlwagen konnten noch nicht mit einem Kühlaggregat auf Tieftemperatur gehalten werden. So wurden die Eisblöcke mittels Eiszangen an ihren Bestimmungsort in der Wagenmitte gebracht und fixiert. Zu dieser Zeit war der Handel mit Eis nicht selten auch ein Geschäftszweig der Brauereien, denn private Kühlschränke, bzw. die in Restaurants wurden auch mit Eisblöcken bestückt.

 

Der erste und bis da einzige Schmalspur-Kühlwagen auf der einzigen Schmalspur-strecke der SBB leistete für viele Jahre zuverlässig seinen Dienst. Das Bier aus Luzern wurde populärer und da die Kapazität des Wagens begrenzt war, beschaffte sich die Brauerei einen weiteren Kühlwagen. 1925 wurde der P 8902 in Dienst gestellt.

 

Nun verkehrten gleich zwei Kühlwagen der Luzerner Brauereien am Brünig. Auch der neue Kühlwagen wurde nach demselben Prinzip, mit Eisblöcken, gekühlt. Die Wände sind doppelwandig ausgeführt und mit Kork isoliert. Aus dem P 8901 wurde 1961 der Bahndienstwagen X 9997. Er wurde für den neuen Verwendungszweck umgebaut und als Transporter für den Messroller weiter verwendet. 2002 wird das Fahrzeug, ein Jahr nach seiner Ausrangierung, abgebrochen.

 

Nun verkehrten gleich zwei Kühlwagen der Luzerner Brauereien am Brünig. Auch der neue Kühlwagen wurde nach demselben Prinzip, mit Eisblöcken, gekühlt. Die Wände sind doppelwandig ausgeführt und mit Kork isoliert. Aus dem P 8901 wurde 1961 der Bahndienstwagen X 9997. Er wurde für den neuen Verwendungszweck umgebaut und als Transporter für den Messroller weiter-verwendet. 2002 wird das Fahrzeug, ein Jahr nach seiner Ausrangierung, abgebrochen.

 

Dieser Wagen ist ein Unikat, denn er gilt als Prototyp für eine ganze Serie von Güterwagen des Typ Gb-v. Zu Beginn verfügte der Wagen über je eine seitlich angebrachte Tür zum aufklappen. Schon bald zeichnete sich ab, dass diese Tür zum effektiven Be- und Entladen zu klein ist. Die Seitentüren wurden nun auf die doppelte Grösse ausgebaut, mit zweiteiligen Klapptüren. Der P 8902 hatte diese Türen bis er an die LSE verkauft wurde. Erst mit dem Baueinsatz im Loppertunnel wurde beidseitig eine Klapptüre entfernt und je durch eine Schiebetüre ersetzt. Dies hatte den Vorteil, dass die eine Türhälfte im Loppertunnel trotz den engen Verhältnissen geöffnet werden konnte.

 

Während der Aufarbeitung der Daten zu diesem Projekt wurde viel diskutiert, wie der Wagen-dereinst beschriftet gewesen sein soll. Im sehr umfangreichen Buch von Claude Jeanmaire „Die schmalspurige Brünigbahn (SBB)“ gibt es wichtige Hinweise. Aus den Rollmaterialverzeichnissen geht hervor, dass die vereinigten Luzerner Brauereien seit 1912 einen Güterwagen zum Transport von Bier in Betrieb hatten. Der erste Bierwagen blieb mit dem P 8902 zeitgleich mindestens ein Jahrzehnt im Dienste der Brauerei.

 

Im Jahr 1960 hielt das allseits bekannte Eichhörnchen Einzug. Erstmals verfügte die Brauerei Eichhof über eine Wort- und eine Bildmarke. Das Eichhörnchen soll bis zum Ende des Jahrtausends erhalten bleiben. Heute wissen wir, dass auf den Flaschen-etiketten zwei stolze Luzerner Löwen thronen. Das Eichhörnchen ist Geschichte. Genau diese Geschichte soll mit dem P 8902 erhalten bleiben.

 

Mit der Umstrukturierung wurden die Transporte der Brauerei auf die Strasse verlagert. Den ehemaligen Kühlwagen P 8902 der Eichhof/SBB kaufte die Luzern-Stans-Engelbergbahn als Magazinwagen für die Depotwerkstätte Stansstad. Damals war geplant, den Aufbau oben abzuschneiden, dass ein offener Güterwagen, ähnlich Typ L, entsteht. Dies zum Zweck der Beladung mit dem Kran. Der Wagen war zur Lagerung von Reserve-Antriebsdrehgestellen der Triebwagen BDeh 4/4 gedacht.

  

Doch es kam alles anders. Der Wagen fand eine erste Verwendung als Material- und Aggregateträgerwagen beim Einsatz im Loppertunnel ll, als dieser saniert wurde. Seit 1985 beherbergte dieser Wagen eine im Massstab 1:87 erstellte Modellbahnanlage der

 

LSE vom Streckenabschnitt Wolfenschiessen bis Engelberg. Die Idee, zum LSE Jubiläum eine Modellbahn in diesem Wagen unterzubringen, rette dem historischen Fahrzeug das Leben. Die Anlage wurde inzwischen zerlegt und ist nicht mehr vollständig vorhanden.

 

Es folgen viele Jahre des „Rumstehens“ in der Abstellanlage Stansstad. Schon vor Jahren, glaubt man inoffiziellen Informationen, sollte der X 293 an die BNB (Brünig Nostalgie Bahn) veräussert werden. Dies erfolgte erst 2016.

 

Seit der Gründung des Vereins zb Historic ist der X 293 wieder im Gespräch. Kurz vor Weihnachten 2012 wird der Wagen als Dauerleihgabe an die zb Historic übergeben und in Alpnachstad remisiert. Vorgängig konnte das Fahrzeug auf der Grube im Depot Stansstad begutachtet werden um den genauen Zustand des Wagens und vor allem des Chassis aufzunehmen und zu dokumentieren. So wurde die nötige Grundlage für die Revisions- und Restaurationsarbeiten erstellt.

 

2013 wurde das Holzwerk weitgehend erneuert und die Planung zum Rückbau der Schiebetüren angegangen. nach einer langen ungewollten Pause steht der wagen wieder zur Diskussion. Da das Projekt von 2013 nicht abgeschlossen ist erklärt sich die "Bierwagencrew" weiterhin bereit den Wagen aufzuarbeiten, sofern die notwendigen  Voraussetzungen gewährleistet sind.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Typenskizze

Das Projekt

Museumsbahnen und historische Züge die in Betrieb gehalten werden, können nur durch Gönner, Sponsoren und Fördergelder erhalten werden. Einen Beitrag leisten auch die verkauften Sitzplätze bei organisierten Fahrten. Nun, das vorliegende Projekt betrifft ein Fahrzeug das nicht zum Transport von Personen bestimmt ist. Umso schwieriger ist der Erhalt – insbesondere dessen Sinn zu erklären. Wie schon in unserem Vereinsnamen zu lesen „zb Historic“ sind wir auch der Geschichte der SBB-Brünigbahn und deren Fahrzeuge verpflichtet. Soll heissen, dass auch Güter- und Spezialfahrzeuge wie etwa eine alte Schneeschleuder erhalten werden.

 

 

Der Bierwagen P 8902 ist ein bahnhistorischer Prototyp, Unikat, Liebling der Eisenbahnfans und vieles mehr. Die Brauerei Eichhof ist ein Stück der Zentralschweiz. Alleine diese Faktoren genügen den meisten Unterstützern dieses Projekts zu einer Zustimmung. Im Weiteren ist der Wagen in einem erstaunlich guten Zustand erhalten geblieben. Diese Grundlagen bilden den Grundstein für das Projekt. Der Wagen soll in einen originalgetreuen Ursprungszustand zurück-versetzt werden, wobei der Rückbau der Schiebetüren aus Bahntechnischen Vorteilen unterlassen wird. Die Farbgebung soll dem der letzten Einsatzjahre des P 8902 entsprechen

 

Künftiger Einsatzbereich

Es ist vorgesehen den Wagen so herzurichten, dass er Seite Brünig an den WR 825 gekoppelt werden kann und so mit dem Speisewagen eine Einheit bildet. Sozusagen als Küchenwagen. Zusammen mit dem Plattform-wagen ein garantierter Blickfang. Die Vorteile für den Betrieb liegen auf der Hand. Im Bierwagen werden in einem separaten Abteil, begehbar durch die Stirntüre, Lebensmittel und Geschirr, Wasserreserven und Getränke gelagert. Drei grosse Kühlschränke, Tablare und entsprechende Lagerboxen sorgen für Ordnung. Der eigentliche Laderaum wird mit Festbankgarnituren und Sonnenschirmen, einem Grillbräter inkl. Zubehör, werbematerial etc. beladen. Diese Artikel werden an Events

 

auf Bahnhöfen zum Einsatz kommen. Es ist nicht vorgesehen Passagiere zu befördern, denn dies ist gemäss Betriebsvorschriften zu unterlassen.

 

 

Aussen wird der mit Brauerei Eichhof und dem Eichhörnchen beschriftete Wagen Aufsehen erregen. Der einzige erhaltene Bierkühlwagen auf der einzigen Schmalspurigen SBB-Strecke wird garantiert zum Publikumsliebling. Für die Brauerei entsteht ein grosser Werbeeffekt, da das Eichhörnchen seit kurzem wieder als Werbeträger fungieren soll. Der Wagen wird garantiert in allen gängigen Eisenbahnmedien abgebildet und beschrieben werden. Für die Gäste von zb Historic bietet das Fahrzeug ein einmaliges Fotosujet. Und wer weiss, möglicherweise wird es den Bierwagen eines Tages als Serienmodell im Shop von zb Historic zu kaufen geben. Zudem könnte der Wagen für Werbezwecke/ Werbespots der Brauerei Eichhof dienen (Nostalgischer Spot / Werbeplakate mit dem P 8902).

 

Wissenswert ist, dass das Fahrzeug auf dem ganzen Netz verkehren könnte: Luzern-Interlaken und Luzern-Engelberg. Zudem können Lauterbrunnen und Grindelwald sowie Innertkirchen angefahren werden. Mit dieser Reichweite ist der Werbeeffekt garantiert und die Partnerbahnen BOB, MIB und BDB werden mit einbezogen.

 

Arbeitsberichte und Dokumente

Download
Arbeitsbericht 2013
Arbeitsbericht P 8902 Grosse Fortschritt
Microsoft Word Dokument 1.1 MB

Technische Daten

Technische Daten  
Baujahr 1925
Hersteller (neu) SWS
Umbauten / Abbruch div. Umbauten SBB
Länge über Kupplung 9.48m
Gewicht 10t
Nutzlast 12t
Leistung ---
Zahnradbremse 1
V/max 75 km/h
ehem. Verwendung Bierwagen Eichhof

 

Technischer Zustand

Im Dezember 2012, am Tag als das historische Fahrzeug nach Alpnachstad überführt wurde, schauten sich ein Vertreter der zb Historic und ein Sachverständiger des Depots Stansstad der Zentalbahn den ehemaligen Bierwagen von der Unterseite an. Auf der Grube konnten einige potenzielle Mängel an der technischen Einrichtung, insbesondere der Bremsanlage festgestellt werden.

 

 

Die Funktion einzelner Komponenten ist derart eingeschränkt, dass diese nicht geprüft werden konnten. Unter dem Wagen befinden sich mehrere Bremszylinder und Verteilerventile die ausgebaut und revidiert werden müssen. Möglicherweise müssen einige dieser Teile ersetzt werden. Der Hauptbremszylinder (Westinghouse) hat im Innern eine Ledermembrane die ersetzt werden muss. Sollte dies nicht möglich sein ist ein baugleicher, intakter Bremszylinder aufzutreiben eher schwierig. Das würde dann bedeuten, dass ein anderes System verbaut werden müsste. Daraus folgen erneut hohe Umbaukosten im gesamten Bremssystem.

 

 

Die Achsen scheinen keine grösseren Mangelerscheinungen aufzuweisen. Hingegen die Achslager müssen komplett erneuert werden. Wird das Fahrzeug rangiert, werden Schäden an einem der Gleitlager deutlich hörbar. Es ist denkbar, das Fahrzeug bei der Instand Stellung auf Rollenlager umzubauen. Dies hätte den Vorteil, dass das Fahrzeug mit Rollenlagern längere Wartungsintervalle hätte.

 

Die aktuell verbauten Speichenräder müssen auf Rissbildung hin geprüft werden. Dieser Vorgang ist Vorschrift des BAV und notwendig. Sollten sich in den Radstrukturen Risse befinden, müssen die Räder/Achsen ausgetauscht werden. Als Option besteht die Möglichkeit, die Achsen auszutauschen. Dann würden Achsen des Serienwagens des Typ Gb-v verbaut. Vollscheibenräder und Rollenlager.

Die Radreifen am Wagen wären soweit noch Einsatzfähig. In der Folge einer Revision der Lager / Tausch der Achsen würden die Räder neu bereift. Der Wagen erfährt dann eine sogenannte Revision R3.

 

Die G+F Kupplungen am Bierwagen sind soweit o.k. und könnten revidiert werden. Da das Fahrzeug im Zugsverband zum Einsatz kommen soll ist es ratsam die Kupplungen gegen neuer desselben Typs zu tauschen. Diese wären dann mit der notwendigen Luft-Speiseleitung (Betrieb am Pendelzug, Steuerung via Steuerwagen) ausgestattet.

An den Stirnseiten waren dereinst Heiz-steckdosen / Heizkabel angebracht. Die Halterungen bzw. Bohrungen sind noch deutlich erkennbar. Dies müsste wieder installiert werden. Zum Einen könnte er somit auch in der Zugsmitte eingereiht werden, zum Anderen lässt sich aus der Heizleitung auch Energie für Kühlschränke entnehmen. Bei dieser Gelegenheit wäre die Nachrüstung einer UIC-Steckdose sinnvoll (Durchleitung). Zusätzlich soll eine elektrische Kupplung (220 Volt) zum WR 825 oder DZ 251 gelegt werden. So kann der Bierwagen vom Speise- / Barwagen aus versorgt werden ohne das im Bierwagen Batterien eingebaut werden müssen. Und ganz wichtig wird das wider einzubauende VST-Kabel sein. Mit der Vielfachsteuerleitung durch den P 8902 lässt sich der Wagen bequem in den LSE-Pendel einfügen und das Umfahren in EGB fällt weg.

 

Bestandesaufnahme Dezember 2012

Transport nach Alpnachstad Winter 2012


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